Kleine Geschichte des Skiclubs Blasiwald

 

Skisport in Blasiwald vor der Gründung des Skiclubs

 

Die gegen Ende des vorigen Jahrhunderts aus Norwegen auch in den Schwarzwald schwappende »Ski-Bewegung« hatte im Jahre 1891 in Todtnau zur Gründung des ersten deutschen Skiclubs geführt. Auch in Blasiwald hatte sich um die Jahrhundertwende das »Schneeschuhlaufen« (damit waren Holzskier, nicht die heutigen „Schneeschuhe“ gemeint) eingebürgert. Ein St. Blasier Oberamtmann hat 1905 nach einem Besuch in Blasiwald festgestellt, dass sich die jungen Mädchen sehr wenig für das Spinnen interessierten, dagegen habe sich gerade bei den jüngeren Leuten das Schneeschuhlaufen eingebürgert. Er betont, dass Blasiwald durch seine hohe und wenig geschützte Lage einen besonders langen Winter habe, den die Jugend zum Schnee­schuhlaufen sowohl als Sport als auch als Fortbewegungsmittel herrlich ausnutzen würde.

 

 

Dabei müssen einige junge Blasiwälder entdeckt haben, dass die Fortbewegung mit Skiern nicht nur die Wegzeiten verkürzt, sondern auch großen Spaß macht. Dieser Spaß war es wohl, der den legendären Hauptlehrer Hügel dazu veranlasste, im Jahre 1909 das erste Blasiwälder Kinderskifest zu organisieren. Die »Frau Lehrer« ließ es sich nicht nehmen, für diesen Anlass eine Fahne zu schneidern, die bis heute noch wohlerhalten und damit das älteste Zeugnis für den wettkampfmäßigen Skisport in Blasiwald geblieben ist. Diese Veranstaltung blieb keine Eintagsfliege, denn die Kinderskifeste wurden bis 1914 jährlich ausgerichtet; ein Jahr später, als man sich im Ersten Weltkrieg befand, hatten auch die Blasiwälder andere Sorgen. Der Skisport trat zunächst einmal in den Hintergrund, was auch für die dem Krieg folgenden Inflationsjahre gilt. Aber nach und nach besannen sich einzelne Blasiwälder wieder auf den weißen Sport. August Morath von der Sommerseite (aus dem Haus des späteren »Cafe Carmen«), war wohl der erste Blasiwälder Skispringer, der sich einen Namen machte. Zusammen mit seinen Sportkameraden Härtenstein aus Schluchsee und Jehle von der Seebrugg nahm er an Wettkämpfen im Sprunglauf teil.

 

Das waren damals Unternehmungen, von denen man oft erst am nächsten Tag – zu Fuß – wieder zurückkehrte. Diese Erlebnisse sollen auch Anlass für die Gestaltung des Vereinsabzeichens, das einen Skiwanderer darstellt, gewesen sein. Anfang der dreißiger Jahre war es dann vor allem Hans Mahler, der bei Skifesten in Schluchsee, Höchenschwand, St. Blasien usw. in allen Skidisziplinen startete. Eine strenge Trennung in nordischen und alpinen Skilauf war noch nicht üblich. Ab 1934 erinnerte man sich dann auch in Blasiwald der alten Skiherrlichkeit und veranstaltete wieder Kinderskifeste, die im Ort große Resonanz fanden. 

 

Vereinsgründung 1936 und erstes, wenn auch kurzes Vereinsleben

 

Die eigentliche Idee, einen »Skiclub Blasiwald« ins Leben zu rufen, soll unter mehreren Blasiwäldern aufgekommen sein, die im Auftrag der Straßenverwaltung damit beschäftigt waren, die Landstraße beim Lochbach freizuschaufeln. Die Hauptinitiatoren waren dabei Hans Mahler und Anton Schnee. Ihr Plan wurde von Ernst Beck, Paul Schlageter, Alexander Mahler, Emil Schlageter, Förster Ernst Kaiser und Erwin Schwörer unterstützt. Zunächst wollte man die Bevölkerung durch ein Ski-Werbefest für die Sache gewinnen. Auch die Gemeinde unterstützte das Vorhaben, indem sie einen Wanderpokal stiftete, der ungewöhnlich lange in Umlauf bleiben sollte, und auf dem sich später noch große Namen eingetragen haben. Der erste Gewinner dieses Pokals, der damals noch in der Nordischen Kombination vergeben wurde, war Joseph Mahler. Diese Werbeveranstaltung, im Ortsteil Loch ausgetragen, zu deren Gelingen auch die Skivereine von St. Blasien und Schluchsee beitrugen, war ein derartiger Erfolg, dass schon vierzehn Tage später, am 26. 2. 1936, die Vereinsgründung im »Gasthaus Eisenbreche« vonstatten gehen konnte. Die Ziele des neuen Vereins waren es, »die sportliche Betätigung zu fördern und für den Nachwuchs zu sorgen. Deshalb wurden jährlich durchzuführende Wettkämpfe, ein Kinderskifest und Vereinsmeisterschaften, in Planung genommen. Auch an das kameradschaftliche Verhältnis wurde appelliert: „ es soll unter den Mitgliedern stets das Beste sein...«.

 

Zum ersten Vorsitzenden, nach dem Sprachgebrauch des Dritten Reiches »Vereinsführer« genannt, wurde Anton Schnee gewählt, sein Stellvertreter war Förster Ernst Kaiser. Am 18. 3. 1936 wurde die Vereinsgründung durch Inkrafttreten einer Vereinssatzung nachdrücklich bestätigt.

 

So konnte die Vorstandschaft im Sommer 1936 ein erstes Großprojekt ins Auge fassen: den Bau einer Sprungschanze. Über ein geeignetes Gelände war man sich bald einig. Mit den Grundstückseigentümern, der Familie Modispacher, wurde im Dezember ein Vertrag geschlossen, dem gemäß das Gelände dem Verein unentgeltlich zur Verfügung gestellt wurde. Für dieses großzügige Entgegenkommen wurde ihnen die beitragsfreie Mitgliedschaft zugesichert. In über achtzig freiwilligen Tagewerken mit über hundert Felssprengungen wurde das Vorhaben verwirklicht. Im Protokoll wird besonders der Arbeitseinsatz von Robert Böhler, Alois Steininger und Anton Schnee hervorgehoben. Ungeahnte Schwierigkeiten ergaben sich noch bei der Namensgebung für die neue Sprungschanze, da die NS-Machthaber bei öffentlichen Benennungen bekanntlich sehr empfindlich waren. Erst als ausdrücklich versichert worden war, dass der Name »Habsbergschanze« in keiner Beziehung zum »Hause Habsburg« stehe, gab die Kreisleitung der NSDAP in Neustadt ihre Zustimmung. Am 21. 2. 1937 konnte dann die Schanze mit dem ersten Wanderpreisspringen des SCB eingeweiht werden.

 

Neben diesen Wanderpreisspringen, die schon damals viele Skispringer des Hochschwarzwaldes anzogen, wurden zahlreiche Lang- und Abfahrtsläufe und natürlich die Kinderskifeste ausgetragen Auch auswärts konnte sich der Club mit seinen ersten erfolgreichen Aktiven, Frieda Modispacher, Karl Schlageter und Gerold Schnee, bei bedeutenden Wettkämpfen bis hin zur Schwarzwaldmeisterschaft bekannt machen. Allerdings wurde diesem aufblühenden Skileben durch den Zweiten Weltkrieg bald ein Ende gesetzt. Mit dem Bericht über ein Kinderskifest endet das Vorkriegsprotokollbuch am 19. 2. 1940. Es sollen aber nach mündlicher Überlieferung auch in den Kriegsjahren 1941 bis 1944 Kinderskifeste abgehalten worden sein.

 

 

Neugründung 1947 und wachsende Bedeutung des Vereins bis zur Mitte der 60er Jahre

 

Schon bald nach Kriegsende kam in Blasiwald der Wunsch auf, den Skibetrieb wieder in Gang zu bringen. Dazu war eine Neugründung des SCB notwendig, weil von der französischen Besatzungsmacht 1945 jegliche Vereinstätigkeit aufgehoben worden war. Ohne Genehmigung der französischen Militärverwaltung lief nichts. Hier machte sich besonders das Gründungsmitglied Hans Mahler darum verdient, das recht komplizierte Genehmigungsverfahren abzuwickeln. Der Skiclub Blasiwald war dann auch der erste Sportverein im Bereich des Militärgouvernements Neustadt, der seinen alten Vereinsnamen behalten durfte.

 

Nach diesen Vorarbeiten konnte unser Verein am 23. März 1947 im »Gasthaus Eisenbreche« wiederbelebt werden. Sechsundzwanzig Blasiwälder trugen sich in die Mitgliedsliste ein. Alois Steininger wurde mit großer Mehrheit zum neuen Vorsitzenden gewählt. Ab 1949 übernahm Heinrich Roiger für ein Jahr dieses Amt, das ab 1950 für zwölf Jahre an Gerold Schnee überging. Als vorrangiges Ziel sah man zunächst die Renovierung der Habsbergschanze an. Zu diesem Zweck wiederum galt es, die leere Vereinskasse zu füllen. Schon im Sommer 1947 veranstaltete man aus diesem Grund ein Sommernachtsfest, bei dem auch Franzosen, italienische und schweizer Waldarbeiter als Gäste anwesend waren. »An Eintrittsgeldern gingen 460,– Mark ein. « Besonderen Anklang fand bei der Blasiwälder Einwohnerschaft aber die Weihnachtsfeier, die ab 1947 bis weit in die siebziger Jahre hinein jährlich am Stefanstag zusammen mit dem Musikverein auf die Beine gestellt wurde. Man kann sagen, dass hier das ganze Dorf gemeinsam Weihnachten feierte.

 

Ab 1950 konnte man auf der instandgesetzten Sprungschanze die Wanderpreisspringen um den Pokal der Gemeinde Blasiwald wieder austragen. Nach dem Pokal, der über die Kriegsjahre verschollen war, musste zunächst einmal gefahndet werden. Gerold Schnee konnte ihn bei den Angehörigen des letzten Vorkriegsgewinners, August Geiger, in Hinterzarten ausfindig machen. Gerade diese Wanderpreis-Veranstaltung war es, die den Verein im ganzen Schwarzwald sehr schnell bekannt gemacht hat. Auch der junge Georg Thoma verdiente sich hier erste Sporen. 1953 und 1955 konnte er sich als Sieger auf den Pokal eingravieren lassen, ebenso wie 1957 der in den fünfziger Jahren im Schwarzwald bekannte Norweger Odvar Snarvold. Diese Skispringen wurden zu echten Volksfesten, zu denen die Zuschauer auch aus den Nachbargemeinden herbeiströmten. Neben gutem Sport gab es auch einige Kuriositäten, so erinnert sich der Chronist, dass einmal ein wahrhaftiger Mönch, ein Pater aus St.Blasien, unter den Teilnehmern war, der es sich nicht nehmen ließ, in seiner Kutte den Habsberg herunterzusegeln. Nach 1958 wurde diese Veranstaltungskette allerdings für 10 Jahre unterbrochen, die schwere Schneelast ließ das hölzerne Anlaufgerüst zusammenbrechen.

 

Natürlich wurde von dem wieder gegründeten Verein auch die Tradition der Kinderskifeste aufgenommen. Sie waren noch im wahrsten Sinne des Wortes »Feste«, und zwar nicht nur für die Kinder. Vor den Wettkämpfen marschierten Teilnehmer und Zuschauer vom Musikverein angeführt von der »Eisenbreche« ins »Loch«, wo die Wettkämpfe sowohl von den jüngsten Knirpsen als auch von der Schuljugend voller Ernst und Ehrgeiz bestritten wurden. Anschließend trat die Bevölkerung den zweiten »langen Marsch« zum »Gasthaus Sonne« an, wo die Preisverteilung stattfand und wo heftig über den Nachwuchs debattiert wurde. Im Jahre 1959 gedachte man der Anfänge und feierte das fünfzigjährige Bestehen dieser Kinderskifesttradition. Einige Skiveteranen von 1909 zeigten bei diesem Anlass, dass sie noch fest auf den Brettern standen.

 

Kinderskifest

                                       

Skiveteranden 1909

 

 

Für die der Schule entwachsenen Jugend richtete der Verein die Ortsmeisterschaften aus. Dem Sieger in der Nordischen Kombination winkte der damals noch begehrte und beachtete Ortswanderpreis. Damit möglichst viele Vereinsmitglieder an diesen Wettkämpfen teilnehmen konnten, wurde der Sprunglauf nicht auf der »großen« Habsbergschanze, sondern auf der leichter zu bewältigenden »Krüzli-Schanze« oder gar auf einem Schneehügel ausgetragen.

 

Bei diesen vielfältigen Vereinsaktivitäten war es nicht verwunderlich, dass bald nach der Neugründung zahlreiche Talente auftauchten, die bei Veranstaltungen im näheren und weiteren Schwarzwald achtbare Erfolge erzielen konnten. Dazu gehörten seit 1950 Hanne Beck, Maria und Brunhilde Schlageter und im männlichen Lager Fritz Mayer, Ernst und Hermann Schlageter, Erich und Oskar Modispacher, Paul und Horst Steininger und Karlheinz Finkbeiner. Man darf sich die Möglichkeiten des SCB in den frühen Fünfzigerjahren aber nicht falsch vorstellen. Auch jetzt machte man sich oft noch zu Fuß auf den Weg zur Loipe oder Schanze. Da die Skiausrüstungen, die der Verein zur Verfügung stellen konnte, nicht für alle ausreichten, mussten sowohl Skier als auch Schuhe während des Wettkampfs ausgetauscht werden. Da dies nicht nur beim SCB so war, mussten die Veranstalter auf diese Tatsache sogar schon bei der Auslosung der Startnummern Rücksicht nehmen.

 

Die zunehmende Beachtung des Vereins zeigte sich deutlich darin, dass er 1953 die Ausrichtung der nordischen Bezirksmeisterschaften und 1958 sogar die der Schwarzwaldjugendmeisterschaften übertragen bekam. Letztere Veranstaltung stellte mit ihren 180 Teilnehmern für den Verein keine geringe Herausforderung dar, die aber erfolgreich bewältigt wurde. Dem Verein wurde vom Skiverband Schwarzwald bestätigt, dass er in der Lage sei, solche »Großveranstaltungen« durchzuführen. Anfang der 60er Jahre beginnt die Nachwuchsförderung des Vereins zu greifen. Die ersten großen Erfolge einzelner Aktiver stellten sich ein. Neben dem Verein hatte in Blasiwald immer auch die Volksschule Anteil an der skisportlichen Ausbildung. Erstens ganz einfach deshalb, weil es die meisten Kinder gewohnt waren, im Winter teils aus Notwendigkeit, teils zum Spaß mit Skiern in die Schule zu kommen, und zweitens, weil die Volksschule mit ihren Lehrern Fitterer (bis 1955)und Katzenmayer zwei skisportbegeisterte Leiter hatte, die eng mit der Arbeit des Skiclubs verbunden waren. Mit Genuß denken viele Schuljahrgänge an die Großen Pausen in den Wintermonaten zurück, in denen auf Schneehügeln eifrigst das »Springen« trainiert wurde. Und je begeisterter Schüler und Lehrer bei der Sache waren, desto länger dauerten die Pausen.

 

Im Jahre 1960 wirkte sich diese Förderung beim Kreisjugendskitag auf dem Feldberg zum erstenmal aus. Mit einem Schlag belegten Peter Wegner und Klaus Ganter die ersten beiden Plätze im Spezialsprunglauf. Mit Klaus Ganter stellte der SCB 1961 den ersten Teilnehmer an Deutschen Jugendmeisterschaften. Ihm folgten die Langlauf treibenden Geschwister Peter und Jutta Höhnow, die zwischen 1962 und 1966 des öfteren an Deutschen Jugend- und Seniorenmeisterschaften teilnahmen. Dabei war es Jutta, die als Mitglied der Schwarzwaldstaffel einen ersten Deutschen Meistertitel mit nach Hause brachte. Auch Peter Wegner konnte sich 1965 in die Liste der Teilnehmer an Deutschen Jugendmeisterschaften einschreiben.

 

Die größte Sportkarriere unter diesen jungen Talenten blieb Klaus Ganter vorbehalten. Er wurde als Langläufer festes Mitglied der deutschen Nationalmannschaft und war neben vielen anderen Erfolgen 1968 Olympiateilnehmer in Grenoble.

 

 

Der große Aufschwung – neue Aufgaben

 

Ab 1962 hatte der langjährige Schriftführer Erich Boll das Amt des Vereinsvorstandes übernommen, das er mit zweijähriger Unterbrechung – von 1963 bis 1965 verwaltete Horst Steininger diesen Posten – bis 1972 ausübte. Diese Dekade kann wohl die Zeit des großen Aufschwungs genannt werden, der den Skiclub Blasiwald in ganz Deutschland und darüber hinaus bekannt gemacht hat. Der Grund dieses plötzlichen Aufschwungs war in erster Linie der Geburtsjahrgang 1950 – der Heilige Jahrgang –, der gleich eine ganze Reihe für den nordischen Skisport begeisterter und talentierter Jungen hervorbrachte. Rudi Boll, Peter Finkbeiner, Walter Morath, Robert Rosenfelder und Wolfgang Schnee wären da zu nennen. Noch nie hatte es in Blasiwald einen so starken Nachwuchs in einem Jahrgang gegeben. Auch sie ließen außerhalb Blasiwalds zum erstenmal beim Kreisjugendskitag aufhorchen, wo sie 1965 gleich zwei Mannschaftspokale im Lang-und Sprunglauf gewannen. In der Folgezeit erfüllten diese »Fünfziger«, zu denen bald auch noch die etwas jüngeren Klaus Boll, Karlheinz Mayer, Heiner Schneider und Hanspeter Schweidler stießen, die in sie gesetzten Erwartungen. Man kann ohne Übertreibung sagen, dass diese »junge Garde« in den folgenden Jahren in ihren jeweiligen Jugendklassen die Wettbewerbe im Skispringen und besonders in der Nordischen Kombination im gesamten Schwarzwald beherrschte.

 

Heilige jahrgang 1950

 

1966 wurden Walter Morath, Robert Rosenfelder und Wolfgang Schnee für die Deutschen Jugendmeisterschaften nominiert, und prompt konnte sich Robert Rosenfelder als Deutscher Jugendmeister in der nordischen Kombination auszeichnen. Bei den verschiedenen Wanderpreisspringen des Schwarzwaldes desselben Jahres war es kein Einzelfall, dass sich unter den ersten Zehn sieben Blasiwälder plazierten. In den folgenden Jahren konnten neben den obengenannten auch die Aktiven Rudi und Klaus Boll sowie Heiner Schneider bei Deutschen Jugendmeisterschaften starten und ansprechende Plazierungen erreichen. Diese Erfolge wurden vom ganzen Verein mitgetragen. Viele freiwillige Chauffeure legten in einer Saison ca. 4500 km unentgeltlich für den Verein zurück, und besonders das umsichtige Engagement Erich Bolls ließ die Jugendarbeit gedeihen.

 

Aktive 60er Jahre

 

Peter Finkbeiner, Rudi Boll, Robert Rosenfelder, Wolfgang Schnee, Jutta Höhnow, Walter Morath, Hans-Peter Schweidler, Peter Wegner, Karl-Heinz Mayer, Klaus Boll, Margarete Kaiser, Heiner Schneider, Peter Höhnow

 

So wurde auch der Sprungschanzenneu- bzw. -umbau ein immer dringlicheres Anliegen, denn die Jugend brauchte ja eine ansprechende Trainingsmöglichkeit. Nachdem man mit dem Grundstückseigentümer Hermann Modispacher zu einem erfolgreichen Vertragsabschluß gekommen war und nachdem man auch die finanzielle Seite geklärt hatte, konnte man im Sommer 1967 beginnen. In ca. 2000 freiwilligen Arbeitsstunden zeigten die Vereinsmitglieder ihre Einsatzbereitschaft, so dass bereits im Winter 1968 das Eröffnungsspringen über den neuen Bakken gehen konnte. Ein Teilnehmerfeld von über hundert Springern zeigte, dass der seit 1936 umlaufende Wanderpokal seine Attraktivität trotz der zehnjährigen Zwangspause nicht verloren hatte. Groß war die Freude, dass dieser Pokal auf Anhieb von einem Blasiwälder, nämlich von Robert Rosenfelder, gewonnen wurde. Außerdem blieb auch der neu gestiftete Mannschaftspokal – die erste Mannschaft wurde durch Rudi Boll und Walter Morath vervollständigt – in Blasiwald. Bei der Siegesfeier im Vereinslokal »Café Carmen« wurde er mehr als einmal gefüllt, man erzählt gerne bis heute davon.

 

Während Robert Rosenfelder ab 1969 in den DSV-Kader (Kader des Deutschen Ski-Verbands) aufgenommen wurde und bei internationalen Wettkämpfen startete, zeichneten sich Rudi und Klaus Boll und Walter Morath bei manchen verbands-und DSV-offenen Wettkämpfen aus.

 

Die sportliche Laufbahn Robert Rosenfelders und Klaus Bolls wurde in den siebziger Jahren von internationalen Erfolgen gekrönt. Beide wurden Mitglieder der Nationalmannschaft. In vielen internationalen Berufungen vertrat er den DSV, wobei die Ski-Weltmeisterschaft von 1974 in Falun/Schweden und die Holmenkollenspiele wohl die Höhepunkte waren. Die Teilnahme an der Olympiade 1976 blieb ihm infolge mehrerer verhängnisvoller Verletzungen leider versagt. Klaus Boll konnte sich schon in der Saison 1971/72 und dann noch einmal 1974 für die Vierschanzentournee, qualifizieren. Neben vielen weiteren Auslandseinsätzen wurde er zweimal zu einer Springertournee nach Japan entsandt.

 

Die Entwicklung in den 70er Jahren: Und dann kamen die Mädchen

 

Schon 1969 war der SCB mit dem »Ehrenbrief des Skiverbandes Schwarzwald für besondere Verdienste um die Förderung des Jugendskilaufs« geehrt worden. Diese Linie sollte sich nun fortsetzen. Die 70er Jahre brachten im gesamten deutschen Skisport Veränderungen mit sich. Während früher der Ernst eines Sportlerlebens erst in den Jugendklassen so richtig begonnen hatte, wurden jetzt schon für Schüler Leistungstests und Meisterschaften bis hin zu Deutschen Schülermeisterschaften eingerichtet. Dieser verstärkte Leistungsdruck brachte die Notwendigkeit intensiven Trainings, teurer Ausrüstung und weiter Reisen mit sich. Der SCB entwickelte sich in dieser Zeit von der Springer- und Kombinierten-Hochburg zu einem Zentrum des Mädchenlanglaufs.EIn Grund dafür waren sicherlich Hermann Schätzle und Peter Finkbeiner, zwei ausgezeichnete Langlauftrainer.

 

Aus dem großen Reservoir an »langlaufenden« Mädchen ging das Spitzentrio Ulrike Hertling, Rita Kaiser und Monika Schätzle hervor. Des öfteren waren diese drei sowie auch die jüngeren Susanne Hertling, Heidi und Angelika Schätzle bei Schwarzwald- und Deutschen Schüler-Meisterschaften auf vorderen Rängen zu finden. Auch Regina Schneider und Angelika Schlageter konnten sich für diese Wettkämpfe qualifizieren. Von den drei Spitzenläuferinnen konnte Rita Kaiser schon 1972 den Titel der Deutschen Schülermeisterin erlaufen. In den folgenden Jahren kamen noch viele Titel bei Schwarzwald-, Baden-Württem­bergischen- und Deutschen Jugendmeisterschaften hinzu. Des weiteren erkämpfte Rita 1978 als Mitglied der Schwarzwaldstaffel den Deutschen Jugendmeistertitel. Als Ba/Wü-Juniorenmeisterin (1979) und Schwarzwaldmeisterin in der Allgemeinen Klasse (1980) rundete sie ihre Karriere ab, während der sie zeitweise auch dem DSV-Kader angehörte. Ulrike Hertling gab 1972 als Schwarzwald-Schülermeisterin ihren Einstand, und Monika Schätzles größter Erfolg dürfte wohl der Titel der Ba/Wü-Jugendmeisterin (1974) gewesen sein. Alle drei zusammen bildeten über lange Zeit eine der stärksten Mädchenstaffeln des Schwarzwaldes.

 

Ganz besonders deutlich wurde die herausragende Bedeutung des SCB in der Mädchenstaffel bei den Schwarzwaldmeisterschaften 1975. Nicht nur dass unser Mädchentrio den Schwarzwaldjugendmeistertitel herauslief, auch die jüngeren Heidi und Angelika Schätzle und Susanne Hertling waren nicht zu schlagen und brachten den Schwarzwald-Schülermeistertitel nach Hause. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass unser Verein in diesem Jahrzehnt des Mädchenlanglaufs in Martin Zumkeller auch einen starken Läufer hatte. Martin eroberte sich 1978 den Titel eines Schwarzwaldjugendmeisters.

 

Die zweite nicht weniger wichtige Entwicklung der 70er Jahre war, dass sich der SCB als Ausrichter von Großveranstaltungen profilierte. Diese arbeitsreiche Betätigung nahm der Verein schon 1969 auf, als ihm die ersten Nordischen Schwarzwald-Schülermeisterschaften übertragen wurden. 1972 konnten trotz Schneemangels, trotz Regens und hoher Wärmegrade durch großen Arbeitseinsatz die Sprunglaufwettbewerbe der Jugend I der Deutschen Jugendskimeisterschaften auf der Habsbergschanze durchgeführt werden. 1973 folgte die Ausrichtung der Ba/Wü-Jugendmeisterschaften, 1974 die der Schwarzwaldschülermeisterschaften. Diese Reihe wurde 1976 mit der Schwarzwaldjugend- und den Schwarzwaldschülermeisterschaften sowie einer Deutschen Talentauswahl-Veranstaltung fortgesetzt. 1978 ging der Verein unter Leitung von Vorstand Hertling, der sich als ausgezeichneter

Organisator bewiesen hatte, daran, die Habsbergschanze noch einmal umzubauen d. h., sie zu vergrößern und durch eine Schülerschanze zu ergänzen. Wieder war die Einsatzbereitschaft des ganzen Vereins gefordert, denn der Restbetrag von DM 45.250 musste in Eigenarbeit erbracht werden.

 

Umbau Habsbergschanze

 

Nach gelungenem Abschluss dieser Arbeiten konnten gleich im darauffolgenden Winter die deutschen Schülermeisterschaften auf der neuen Anlage und auf der inzwischen im Ortsteil Althütte eingerichteten Wettkampfloipe ausgetragen werden, wofür unser Verein viel Lob und Anerkennung entgegennehmen durfte. Die gestiegene Bedeutung des SCB kann auch an der Zahl der Mitglieder abgelesen werden. Während sie um 1970 noch unter hundert lag, hatte sie sich bis zu Beginn der 80er Jahre in etwa vervierfacht. Dabei ist besonders der Anteil der auswärtigen Mitglieder stark angewachsen.

 

 Weiterhin Spitzensportler in Sprunglauf und Nordischer Kombination 

 

Als sich 1977 Klaus Boll vom Wettkampfsport zurückgezogen hatte ging es in der Spezialsprungdisziplin nahtlos weiter – mit Uli Boll, seinem jüngeren Bruder. Denn im selben Jahr landete der 15jährige einen Überraschungscoup, indem er zusammen mit seinem Freund Georg Waldvogel vom Feldberg Deutscher Jugendmeister der Jugendklasse I wurde. In Blasiwald war Uli allerdings schon längst kein unbeschriebenes Blatt mehr, denn schon lange hatte man bei Wanderpreisspringen usw. über den jüngsten Spross aus der Skifamilie Boll gestaunt und seine »perfekte Haltung« und seinen Mut bewundert. Jetzt ging es steil aufwärts mit seiner Karriere. Dabei hatte er in den Brüdern Wolfgang und Jürgen Dilger aus Schluchsee zwei talentierte Wegbegleiter aus dem eigenen Verein.

 

1978 war er bereits Mitglied im DSV-C-Kader und 1979 absolvierte er seine ersten Weltcup-Springen.   Nachdem er 1980 Baden-Württembergischer- und Deutscher Jugendmeister geworden war, war die Teilnahme an den Junioren-Weltmeister­schaften in Schweden und in der Saison 1980/81 an der Vierschanzentournee fällig. Sein elfter Platz beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen und sein vierundzwanzigster in der Gesamtwertung der Tournee waren eine Sensation. Im selben Jahr startete Uli u. a. auch in Sapporo und am Holmenkollen recht erfolgreich und erreichte 1982 im kanadischen Thunder Bay einen fünften Weltcuprang. Als er im Sommer 1982 beim Fußball unglücklich sein Bein gebrochen hatte, glaubten viele, nun sei es mit der »Springerei« vorbei, doch noch im folgenden Winter nahm Uli wieder an verschiedenen Weltcup-Springen teil.

 

Der letzte Höhepunkt der Saison 1985 war seine Teilnahme an der Skiflug-Weltmeisterschaft in Planica/Jugoslawien, wo er in der Gesamtwertung einen vorzüglichen dreiunddreißigsten Platz erreichen konnte. Außerdem gelang Uli 1984, was selbst einem Georg Thoma versagt blieb, er gewann zum dritten Mal das Wanderpreisspringen auf der Habsbergschanze und konnte so den seit 1936 umkämpften Wanderpokal des SCB für immer mit nach Hause nehmen.

 

Neben Uli Boll konnten in den Achtzigerjahren auch Wolfgang und Jürgen Dilger mit schönen Erfolgen aufwarten. Beide Brüder wurden Mitglieder des DSV-Förder- Kaders. Jürgen konnte schon 1981 einen Deutschen Schülermeistertitel in der Nordischen Kombination erkämpfen. Wolfgang wurde 1985 ganz überraschend Baden-Württembergischer Meister im Spezialsprunglauf. 

 

 Im Frühjahr 1986 konnte der Skiclub Blasiwald auf fünfzig erfolgreiche Jahre zurückblicken Der Chronist zog damals folgendes Fazit: 

 

 

 »Der Skiclub Blasiwald hat sich in den 50 Jahren seiner Existenz in vielerlei Hinsicht verändert bzw. entwickelt. In seinen Anfangsjahren hatte er vor allem die Aufgabe, etwas Leben in den langen Winter eines abgelegenen Schwarzwalddorfes zu bringen. Man veranstaltete 1936/37 u. a. Rodelrennen, Fuchsjagden, Schauspringen und Skibälle. In den Nachkriegsjahren war die Rolle, die einem Skiclub vorbehalten war, ganz ähnlich. Seine baldige Neugründung nach Kriegsende war sicherlich auch Ausdruck des Willens, wieder von vorn anzufangen, wieder aufzubauen. Mit dem Aufschwung der 50er Jahre entwickelte sich auch der Verein. Dass die Vorstandschaft sich1959 entschloss, weiterhin dem wettkampfsportverpflichteten Bezirk IV (Hochschwarzwald) anzugehören, anstatt in den neugegründeten Bezirk V(Oberrhein), der eher Randbedeutung hatte, überzuwechseln, spricht sicherlich für gewachsenes Selbstvertrauen. Überhaupt verlagerten sich die Aufgaben immer stärker zum Wettkampfsport hin. Zusammen mit vergleichbaren Skiclubs, etwa dem SC Bubenbach oder dem SC Rohrhardsberg, gehörte der SC Blasiwald von nun an zu den wenigen kleinen, aber äußerst aktiven Skivereinen, ohne die der nordische Skisport im Schwarzwald um vieles ärmer wäre. Die 1967 vollzogene Eintragung ins Vereinsregister machte aus unserem Skiclub einen e.V. Neben der ständigen Nachwuchsförderung, die ihre einschlägigen Erfolge zeigte, stellte sich unser kleiner Skiclub als Großveranstalter von Schüler- und Jugendwettkämpfen in die Reihe der rührigsten Vereine des DSV (Deutscher Skiverband). Die sportlichen Schwerpunkte waren seit der Gründungszeit der Spezialsprunglauf und die Nordische Kombination. Daneben tauchten immer wieder erfolgreiche Langläufer und besonders Langläuferinnen auf.« 

 

Der SCB als Nachwuchsförderer und Großveranstalter (1986-2000) 

 

Ein aussichtsreiches junges Talent der 80er Jahre war Jörg Wegner. Er und andere Jungspringer wurden in Training und Wettkampf von Rudi Boll und Werner Birkle betreut. Dieser Karriere wurde aber 1990 durch einen schweren Sturz beim Springen in Engelberg in der Schweiz ein all zu frühes Ende bereitet.

 

 

Im Langlauf versuchten Thomas Kaiser, Bernhard Schwarz und Werner Weber mit ihrer Schülertrainingsgruppe an frühere Erfolge anzuknüpfen. Die so geförderten Schüler- und Jugendläufer konnten auf Bezirksebene viele Erfolge verbuchen.   Ab 1986 nahmen Uli Boll (bis 1989), Wolfgang Dilger (1986), Jürgen Dilger (bis 1993), Jens Booz (1994 und 1995) und Jörg Wegner (1990) an den Deutschen Meisterschaften der Herrenklasse teil. Den größten Erfolg erzielte dabei Jürgen Dilger in der Nordischen Kombination. Er belegte 1988 hinter den beiden Mannschafts-Goldmedaillen- Gewinnern der Olympischen Spiele von Calgary Hubert Schwarz und Hans-Peter Pohl den dritten Platz. Bis 1993 startete Jürgen Dilger regelmäßig im Nordischen Kombinations-Weltcup.   

 

Bild: Siegerehrung Dt. Nord. Meisterschaft 1988

 

Den weitesten Flug aller Blasiwälder Skispringer gelang Jens Booz, der im Winter 1996/97 als Vorspringer beim Skifliegen in Oberstdorf bei 181 Metern landete.   Damit diese großartige Blasiwälder Springertradition nicht abreißt, kümmerte sich Wolfgang Dilger seit 1994 um den Nachwuchs.  Die andere Tradition, nämlich dass der Skiclub Blasiwald sich als Großveranstalter, vor allem im Schüler- und Jugendbereich, bewährt, wurde sowohl unter der Vorstandschaft von Andreas Mahler (1981 – 1995) als auch unter der von Dietmar Schwarz (seit 1995) fortgesetzt.

 

Neben einer immer wieder erfolgreichen Organisation solcher Wettkampfveranstaltungen spielte auch die relativ große Schneesicherheit des Blasiwald in Zeiten schneearmer Schwarzwaldwinter keine geringe Rolle dabei, dass der Schwarzwälder Skiverband gerne Großveranstaltungen nach Blasiwald vergab.    Seit 1997 widmete man sich verstärkt der Jugendarbeit, was erneute Baumaßnahmen erforderte. Die kleine Schülerschanze wurde in eine Mattenschanze verwandelt und 1999 durch eine Kindermattenschanze für die allerzartesten Springersprösslinge ergänzt. Diese Baumaßnahmen wurden ermöglicht, da es neben finanziellen Zuwendungen seitens des Badischen Sportbunds und verschiedener Sponsoren auch dieses Mal wieder eine große Bereitschaft zu Eigenleistungen gab. Besonders eine rüstige Rentnergruppe mit Josef Büche, Erich Boll, Heinz Enderle, Emil Fischer, Hermann Modispacher und Erwin Kaiser tat sich dabei hervor. Eine weitere Voraussetzung der Realisation dieser Baumaßnahme war, dass wie schon früher der Besitzer des Sprunganlagengeländes, Hermann Modispacher, durch großzügige Pachtbedingungen das Gelände zur Verfügung stellte.   

 

Die so entstandene Schülertrainingsanlage wird seit 1997 nicht nur vom eigenen, sondern von vielen Skiclubs der näheren und weiteren Umgebung genutzt. Jährlich im Oktober fand ein landesweites Schüler-Wanderpokal-Springen statt, seit 1999 wird dabei auch um einen Wanderpokal für Mädchen gesprungen. Auch der Skiclub Blasiwald hatte mit Jennifer Löffler, Fabienne Sanchez und Jessica Booz drei junge Skispringerinnen aufzubieten.  Eine weitere Großveranstaltung, die der Verein zusammen mit dem SC Schluchsee im Januar 2002 durchführte war der Deutsche Schülercup, ein Wettbewerb, der außer in Schluchsee-Blasiwald auch in Oberstdorf und in Oberwiesenthal, zwei Orte, die für den deutschen nordischen Spitzenskisport stehen, ausgetragen wurde.  

 

Aktive 1997

 

 

Entwicklung und Tendenzen im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts

 

Das erste Jahrzehnt unseres neuen Jahrtausends brachte für unseren Club positive, aber auch negative Tendenzen. Zu den letzteren gehören die schneearmen Schwarzwaldwinter, aber auch ein gewisser Rückgang des skisportbegeisterten Nachwuchses in den Jahren ab ca. 2004. Zum Profil des Vereins gehörte weiterhin die Ausrichtung größerer Veranstaltungen und die organisatorische Beteiligung an internationalen Skisportereignissen. Als weitere Tendenz zeigte sich eine immer engere Koordination und Zusammenarbeit mit Nachbarvereinen.

 

In den Jahren 2000 – 2002 bildete sich zunächst erneut eine Gruppe erfolgreicher Blasiwälder Jungsportler heran, die schöne Erfolge im Schülerbereich zu verzeichnen hatten. Das Trainerteam mit Angelika Bienek, Tanja Morath, Elke Rönz und Wolfgang Dilger hat gute Arbeit geleistet. Besonders in der Nordischen Kombination, der Blasiwälder Traditionsdisziplin schlechthin, gab es beim »Georg-Thoma-Talent-Pokal« ausgezeichnete Ergebnisse. Die jungen Kombinierer Florian Brugger, Felix Böhler und Philip Booz konnten auch im Sommer 2001 auf internationaler Ebene, bei einer »Sommer-Kombination« im tschechischen Harachov, starten und dort gute Plätze belegen. Im Seniorenbereich konnte zur Überraschung vieler Jens Booz in der Saison 2001 noch einmal auftrumpfen und baden-württembergischer Meister im Sprunglauf werden. 

 

Aktive 2002

 

 

Die Skispringerinnen Jennifer Löffler, Fabienne Sanchez und Jessica Booz konnten 2003 weiter auf sich aufmerksam machen, was sogar den Medien, nämlich der Badischen Zeitung und dem SWR, Beiträge wert waren. Zudem drehte das SWR-Fernsehen ebenfalls einen Film über den „ normalen“ Tagesablauf unseres jungen Skispringers Felix Böhler, der im Nachtprogramm 2003 gesendet wurde.

 

Jürgen Dilger, der 2007 bei der Nordischen Senioren - WM in Hinterzarten startete, belegte jeweils einen hervorragenden dritten Platz im Spezialsprunglauf und in der Nordischen Kombination.

 

Unter den Jüngeren blieb der S14 – Starter Florian Maier als einziger Skispringer übrig, der im Gesamtklassement des Deutschen Schülercups als hoffnungsvoller Dritter abschnitt. Die im neu gebildeten Skiteam (siehe unten) in der Laufdisziplin startenden Adrian Schuler (S 12) und Patrick Schwarz (S 15) konnten bei den Schwarzwaldschülermeisterschaften schöne Erfolge erzielen.

Im Jahre 2009 wurden diese Ergebnisse durch BaWü - Meistertitel der beiden oben genannten Langläufer noch übertroffen.

Patrick Schwarz nahm auch an den deutschen Jugendmeisterschaften in Breitnau teil.

Adrian Schuler qualifizierte sich in der Saison 2010/2011 durch seine guten Leis-tungen bei den Deutschen Schülercups für die OPA-Spiele in Einsiedeln, bei denen er mit internationaler Konkurrenz einen hervorragenden 7. Platz belegte.

 

Wie von Anfang an in seiner Geschichte hatte der Skiclub Blasiwald auch im 21. Jahrhundert neben aktiven Sportlern auch aktive Mitarbeiter, Helfer und Organisatoren. So ging es in den Jahren 2003 – 2008 darum, die Habsberg-Schanze auf Vordermann zu bringen bzw. zu halten. Die Leitplanken wurde entweder – wie an der Schülerschanze - fertig gestellt oder wie an der großen Schanze neu installiert. Durch zahlreiche aufwendige „Kleinarbeiten“ wurden Vorgaben des DSV erfüllt, sodass im März 2008 die Verlängerung des DSV-Zertifizikats für Großschanze und Schülerschanze bis 2013 erteilt werden konnte.

 

Zu den größeren Veranstaltungen auf diesen Schanzen zählten die beiden DSV-Schülercups 1997 und 2002, die von den Clubs aus Blasiwald und Schluchsee gemeinsam geschultert wurden. Immerhin wurden von den zahlreichen Teilnehmern ca. 900 Sprünge absolviert. Im März 2005 standen die Bad.-Württ. Meisterschaften im Spezialspringen und in der Nordische Kombination an. 95 Starter in den beiden Disziplinen waren dabei am Start.

Als Blasiwälder Neuheit kann gezählt werden, dass der anstehende Kombinationslanglauf auf einem eigens für diese Veranstaltung geschaffenen anspruchsvollen Skating-Rundkurs von 2,5 km Länge mit Start und Ziel im Habsbergstadion durchgeführt wurde, das damit nun wirklich diesen Namen verdient hatte.

 

Bild DSV-Schülercup 2002

 

Das Versiegen der beinahe 70-jährigen Wanderpreistradition ist einerseits mit den schneeschwachen Wintern, andererseits mit den permanenten überregionalen Terminbelastungen der Sportler zu erklären. Es wäre wünschenswert, wenn diese für die Blasiwälder traditionsbehaftete Veranstaltung wieder einmal eingerichtet werden könnte. Denn im Schwarzwald ist das Skispringen durch die vielen Pokalspringen einst groß geworden.

Jedoch die traditionellen Blasiwälder Skifeste der Ortsmeisterschaften und des Kinderskifestes wurden nicht nur beibehalten, sondern neu belebt, indem sie ab 2006 in größerem Rahmen zusammen mit den anderen Skiclubs der Gemeinde Schluchsee ausgetragen werden. Ebenso haben sich Renn- und Trainingsgemeinschaften mit diesen lokalen Vereinen, also neben dem Skiclub Schluchsee (Skiteam Schluchsee-Blasiwald seit 2006) nun auch 2010 mit dem SC Schönenbach-Staufen gebildet. Die drei Skiclubs trainieren und starten unter dem Namen WSG (= Wintersportgemeinschaft) Schluchsee. Trainerinnen in der WSG sind von Seiten des SC Blasiwald nach wie vor Angelika Bienek und seit 2009 auch Nadine Schwarz. Desweiteren nehmen Blasiwälder und Schluchseer Skisprungfreunde gemeinsam an Kampfrichterlehrgängen teil, sodass unser Verein mittlerweile über sechs „Kampfrichter Skisport Nordisch“ verfügt.

Bild: Langläufer Ski-Team Schluchsee-Blasiwald beim Weltcup Davos 2007 mit Evi Sachenbacher und Stefanie Böhler

 

Bei dieser Fachkompetenz und seiner langen Veranstaltungserfahrung ist es kein Wunder, dass der Skiclub Blasiwald von einem der führenden deutschen Veranstalter im Nordischen Skisport, dem SC Hinterzarten, gebeten wurde, für die Junioren- und U23-Weltmeisterschaften 2010 fachkundige Helfer zu stellen. Diese Teilnahme war für den SCB natürlich Ehrensache und er trat mit 26 Helfern insbesondere beim Kombinationslanglauf in Aktion. Um Erfahrungen bei solch großen internationalen Veranstaltungen zu sammeln, nahmen im Sommer 2009 12 Helfer auch beim Sommer-Grandprix-Springen auf der Hinterzartener Adlerschanze teil.

 

Bild: Helfer Junioren WM

 

Der Skiclub Blasiwald richtete am 19.Februar 2011 in seinem Jubiläumsjahr die Baden-Württembergischen ( Ba-Wü) Meisterschaften im Spezialspringen und der Nordischen Kombination aus. Wegen Schneemangels musste allerdings nach Hinterzarten in das Adler-Skistadion ausgewichen werden.

 

An kleineren Veranstaltungen werden in jährlichem Turnus der Bezirkskinderlanglauf des Skibezirk IV als einem von drei Wertungsläufen zum Bezirkspokal, die Schülerskispringen und die Wettkämpfe in der Nordischen Kombination um den Georg-Thoma-Pokal sowohl als Sommerspringen auf der Schülermattenschanze, als auch im Winter auf Schnee jeweils im Habsbergstadion Blasiwald statt.

 

Dass aber auch die gesellschaftlichen Veranstaltungen, die sowohl dem Gemeindeleben als auch dem Tourismus dienen, nicht zu kurz kommen, zeigt die Ausrichtung von geselligen Höhepunkten wie dem „Schiibeschlagä“ oder dem „Staumurfescht“. Bei der bei Kurgästen und Vereinsmitgliedern gleichermaßen beliebten winterlichen Fackelwanderung „zwischen den Jahren“, die entweder zur Kohl- oder Wittemlehütte führt, endet diese Liste noch lange nicht.

 

Vorstandschaft im Jubiläumsjahr 2011

 

So ist auch unserem Jubelverein mit einem dreifachen „Ski-Heil“ zu wünschen, dass seine vielfältigen Tätigkeiten und seine wichtige Rolle in Blasiwald, in der Gesamtgemeinde Schluchsee, im Skiverband Schwarzwald und überhaupt im Nordischen Skisport in Deutschland nicht aufhört, sondern aufgrund des Engagements vieler Bürger unserer Gemeinde fortgeführt wird.